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Häufig, hartnäckig, schmerzhaft – der "Fersensporn"



Bild: © Martin Hochrein – Fotolia.com

Häufig, hartnäckig, schmerzhaft – der "Fersensporn"

Dr. Robert Margerie ist Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin am Zentrum für Sportmedizin Berlin.

Treten Schmerzen im Bereich der Ferse auf, vor allem beim Auftreten und Laufen, spricht man im Volksmund von einem "Fersensporn". Medizinisch betrachtet handelt es sich meist um eine lokale Entzündung der Fußsohlensehne (Plantarfasziitis).

Die genaue Ursache ist nicht restlos geklärt. Allerdings sind Läufer häufiger betroffen, was den Schluss nahelegt, dass eine wiederholte Belastung eine ursächliche Rolle spielt. Weitere mögliche Auslöser sind daher auch Übergewicht, Fußfehlstellung, Fußmuskelschwäche und/oder eine stehende Tätigkeit. Offenbar führt die chronische Entzündung des Sehnenansatzes zu Kalkablagerungen (Kalzifizierungen), sodass der Ansatz der Sehne langsam verknöchert.

Symptome und Diagnose

Typisch sind Schmerzen nach einer längeren Ruhephase, beispielsweise morgens nach dem Aufstehen. Unter Belastung kommt es zunächst häufig zu einem Rückgang der Beschwerden, die allerdings bei längeren Wegstrecken und höherer Belastung wieder zunehmen. Im Zuge einer Untersuchung findet sich zumeist ein lokaler Druckschmerz an der Innenseite des Fersenbeines im Bereich des Sehnenansatzes. Im Röntgenbild kann ein knöcherner Sporn am Ansatz der Plantarfaszie zu sehen sein. Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann eine Verdickung der Sehne und Signalanhebung im Ansatzbereich am Fersenbein zeigen. Fersensporne können allerdings über eine sehr lange Zeit bestehen, ohne wesentliche Beschwerden zu verursachen.

Therapie

Injektionen von Cortison lindern zwar rasch die Beschwerden, können aber auch zu einer Schädigung der Faszie führen. Therapeutisch können Entzündungshemmer (nichtsteroidale Antiphlogistika) eingesetzt werden, ebenso physikalische Methoden wie Kälteanwendungen (Kryotherapie), Ultraschall oder Iontophorese, ein medizinisches Verfahren zur Resorption von Arzneistoffen durch die Haut unter Anwendung eines schwachen elektrischen Gleichstromes (Beispiel Stangerbad). Die krankengymnastische Behandlung besteht überwiegend aus Dehnungs- und Kräftigungsübungen.

Bei anhaltenden Beschwerden kommt die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) zum Einsatz. Eine chirurgische Therapie (Abmeißeln des Fortsatzes) sollte nur nach Abwägung von Nutzen und Risiken und ausbleibendem Therapieerfolg anderer Maßnahmen erwogen werden, zumal die nachhaltige Wirksamkeit noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist.